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Vorwort

Seit Urzeiten übt Bernstein seine geheimnisvolle Anziehungskraft auf den Menschen aus. Vor mehr als 10 000 Jahren handelten Men­schen der Altsteinzeit mit Bernstein und schmückten sich damit. In der Antike tauschten die Bewohner des Ostseeraumes Bernstein gegen Waren aus dem Süden und gleichzeitig zerbrachen sich griechische Philosophen den Kopf über Entstehung und Eigenschaften des Bern­steins. Im alten Rom war die Wertschätzung so hoch, das ein Stück Bernstein gegen einen Sklaven eingetauscht wurde. Ihre und noch viel mehr Fragen sind heute längst beantwortet. Wir wissen vieles über den Bernstein, doch nach wie vor, ist Bern­stein Gegenstand der Forschung und hat nichts von seiner Anzie­hungskraft verloren. Zahlreiche Gerüche kursieren um den Bernstein, und dem interes­sierten Leser stellen sich viele neue Fragen nach der Geschichte, den Fundorten, der Echtheit, Qualität, Prüfungsmethoden und ähnlichem. Diese Druckschrift versucht in einfacher Form diese Fragen zu beant­worten, unter besonderer Berücksichtigung des Baltischen- resp. Ost­seebernsteins, da derselbe nicht nur von hoher Qualität sondern auch in grossen Mengen in Mitteleuropa angeboten wird. Vor allem ein Aspekt, Bernstein in der Naturheilkunde, wird in der Folge näher beschrieben. Von den “Tränen der Heliaden” bis heute, hat Bernstein immer auch einen breiten Raum in Mythologie und Heilkunde sowie den entsprechenden Schriften eingenommen.

 

 

                                                                       Ernst Kern

                                                                       Gemmologe D.Gem G

 

 

Bernstein, sein Name in der Mythologie und Geschichte

In der Mythologie wurde Bernstein erstmals von dem griechischen Dramatiker EURIPIDES (um 480-407 v.Chr.) in seinem “Hyppolyt” erwähnt. Der Sohn des Sonnengottes Helios, Phateon, verunglückte mit seinem vierspännigen Sonnenwaagen tödlich und wurde von sei­nen Schwestern, den Heliaden beweint. Der Sage nach erstarrten die Tränen zu Bernstein. Daraus leitet sich auch die Bezeichnung “Tränen der Heliaden” ab.

Die Vorstellungen der frühen griechischen und römischen Dichter und Naturwissenschafter geht dahin, dass man dazumal vermutete, Bernstein sei der erstarrte Urin des männlichen Luchsen. Daraus ent­stand der aus der Mythologie bekannte mystische Name Lyncurius (Luchsstein). Dies war allerdings eine Wortverwechslung mit dem Namen der Liguren, einem mächtigen Volk das zwischen Marseille und dem heutigen Genua lebte. Die Liguren waren im Bernstein Zwi­schenhandel eines der letzten Glieder an einer der heute bekannten Bernsteinstrasse.

Auf den Glanz von poliertem Bernstein beziehen sich die altgermani­schen Wörter “glaere” , glaes” oder “gles”. Tacticus (50-116 n. Chr.) sprach in seinen Schriften von “glaesum” (= Glas). Das althochdeut­sche Wort “glit” und das Mittelhochdeutsche “glîzen” umschreiben das Glitzern des Harzes nach dem Polieren oder an den Bruchflächen. Alle diese Bezeichnungen deuten auf einen glänzenden, gleissenden Stein hin.

Wegen seiner elektrostatischen Eigenschaften (Anziehungskraft nach dem Reiben mit Wolle) nannten die Griechen (THALES v. MILET, um 600 v. Chr.) den Bernstein “electron” die Römer “elec­trum”. Die dem Bernstein zugeschriebenen Heil- und Abwehrkräfte, abgeleitet wohl aus seiner elektrischen Anziehungskraft, spiegeln sich ebenfalls in verschiedenen Wörtern baltischer Sprachen die alle “schützen, abwehren” bedeuten.

Ob Bernstein im Alten Testament erwähnt wurde ist sehr umstrit­ten. Die  hebräischen Wörter “Leschem, Schechelet, Schoham, Bete­lion” wurden oft als Bernstein gedeutet. Zudem wurde in der Septua­ quinta “Leschem” mit Ligurius ( Luchsstein, Bernstein) übersetzt.

Aber schon der römische Gelehrte PLINIUS (24-79 n. Chr.) zwei­felte in seinem Werk, “Naturalis Historia” an der Entstehung des Lyncurium als Luchsstein.

Wenige Jahre später erkannte TACTICUS (um 55 - 116 nach Chr.) in seinem Werk “Germania”, dass es sich beim Bernstein um ein Baum­harz handeln müsse, da wie er schreibt, “sehr oft auf der Erde krie­chende und selbst herumfliegende kleine Tiere durch die Harzmassen eingeschlossen seien”. Damit war das Rätsel gelöst. Fortan nannten die Römer den Bernstein Succin, entstanden aus succus = Saft. Mit dem Zerfall des römischen Reiches schwand auch das Wissen um den Bernstein sowie dessen Herkunft.

Reiche Münzfunde (Dirhems, Samanidische Silbermünzen), verteilt im ganzen Ostseegebiet, zeugen von einem regen Handel mit Sklaven, Pelzen und Bernstein zwischen dem Norden und der Islamischen Welt. Die Samaniden wussten auch, wo der Bernstein gefunden wurde. Der hervorragende Philosoph und Mediziner IBN SINA (980 - 1037) aus Buchara, der in Europa unter dem Namen AVICENNA be­rühmt wurde, sowie der Mathematiker, Geograph und Mineralog AL-BIRUNI (973 - 1048) aus Choresmin beschäftigten sich mit dem Bernstein.

In einem Buch mit dem Titel  “Über die Kostbarkeiten” hat BIRUNI dem Kabuicha ein ganzes Kapitel gewidmet. Mit dem Wort Kabuicha, Persisch - Strohräuber, wird trefflich auf die elektrostati­sche Eigenschaft des Bernstein angespielt (siehe physikalische Eigen­schaften). Der gelbe Stein des rumischen (Europäischen) Bernsteins von den Ufern des Slawenmeeres (Ostsee), schreibt BIRUNI, seien demnach wegen ihres Glanzes und der Durchsichtigkeit weit kostbarer und beliebter als der chinesische Bernstein.

Unter den Kostbarkeiten der Turknomadenherscher, den Khanen und Emiren, galt Bernstein ebensoviel wie das Horn des fremdländi­schen und gefährlichen Nashorns.

Im frühen Mittelalter glaubte man dass der Bernstein, da derselbe an den Ufern des Meeres gefunden wurde, eine Ausscheidung des Pottwals sei. Dies ist eine Verwechslung mit dem Ambre der auch heute noch selten am Strand oder auf dem Meer schwimmend gefun­den und in der Parfümindustrie weiter verarbeitet wird. Die englische Bezeichnung AMBRE sowie die französische AMBRE jaune - Bern­stein und AMBRE gris den tierischen Ambre, entstanden aus dieser Verwechslung. Das Italienische sowie Spanische Wort “ambar und ambre jaune” deuten in die gleiche Richtung.

Die bekannte christliche Mystikerin HILDEGARD von BINGEN (1098-1179) glaubte wie die alten Griechen an seine Herkunft als Luchsstein und beschrieb ihn als Ligurius oder Lyncurius. Georgius AGRICOLA hält in seiner 1556 erschienen “De re metallica libri XII “ den Bernstein für einen Bergwachs. Erst im 18. Jahrhundert hat sich das Wissen um die Entstehung aus einem Baumharz endgültig durch­gesetzt. MICHAIL WASILJEWITSCH  LOMONOSSOW erbrachte 1757 vor der Petersburger Akademie der Wissenschaften den endgül­tigen Beweis, dass es sich um ein Baumharz handeln müsse. Heute weiss man, dass Bernstein das fossile Harz von Nadel- und Laubbäu­men ist, die vor zirka 55 Millionen Jahre, als grosse Wälder im Raume der heutigen Ostsee bestanden. Nach den genauen botanischen Ur­sprüngen sowie den Bildungsumständen wird zum Teil noch ge­forscht.

Der heutige Name BERNSTEIN bedeutet seit dem 13. Jahrhundert in der niederdeutschen Sprache ein brennbarer Stein und wurde vom Wort BÖRNSTEIN “Brennstein” oder “brennbarer Stein” abgeleitet. Im Süddeutschen Raum finden sich in den Lapidaren und Medizin Büchern des Mittelalters auch der Ausdruck “Agtstein”

Viele Wege führen nach Rom

Das Volk der AESTYER, baltische Indogermanen, bewohnten das Gebiet zwischen Weichsel und dem Finnischen Meerbusen und sie waren vermutlich die ersten Strandläufer und Bernsteinsucher. Der baltische Bernstein wurde schon in prähistorischer Zeit von der Ostsee auf dem Landweg nach dem Süden gebracht. Verschiedene Funde, vor allem menschliche Figuren, Anhänger und Ringe aus der Jungsteinzeit belegen dies. Die Menschen dieser Zeit hofften vermutlich auf eine apotropäische (Dämonen abweisende) Wirkung. Ebenso waren es, wie Archäologen vermuten, Amulette und Glücksbringer auf der Jagd.

Allgemeinen sind bis in die historische Zeit hinein grosse Bern­steinstrassen entlang wichtiger bekannt. Eine dieser Bernsteinstrasse führte von der Ostsee dem Rhein und der Rhone entlang über Genua nach Rom. Ein andere Bernsteinstrasse lässt sich über Weichsel - Do­nau und Dnjester oder Wolga bis zum Schwarzen Meer verfolgen. Eine dritte Bernsteinstrasse führte über den Brenner. Wie archäologi­sche Grabungen zeigten, wurden entlang dieser Bernsteinstrassen von den damaligen Händlern auch grosse Zwischenlager angelegt.

Rom war später unter anderen ein grosser Handelsplatz für Bern­stein und die Phönizier verkauften denselben weit über den Mittelmeer Raum hinaus. Grabbeigaben und Funde aus der Zeit der Assyrer, Aegypter und anderer Kulturen zeigen, dass Bernstein schon in grauer Vorzeit ein begehrter Kult- und Handelsartikel war.

Besonders gut war Bernstein und seine Verwendung im alten Rom bekannt und dokumentiert. GAIUS PLINIUS SECUNDUS (24-79) schreibt in seiner “Historia naturalis” allein vier Kapitel über den Bernstein. Als erster beschrieb PLINIUS Herkunft und die Gewinnung des Bernsteins.

Im Rom der Kaiserzeit trieb man mit Bernstein einen grossen Luxus. Man trank aus Bernstein Bechern. Wegen seines aromatischen Ge­ruchs wurde Bernstein in grossen Mengen als Räucherpulver ver­brannt. Überliefert ist auch, dass die Netze der Gladiatoren mit Bern­stein als Glücksbringer verziert wurden.

Die Entstehung des Bernsteins, oder vom Harz zum Bernstein

Am Anfang stand ein rezentes Harz, also ein frisches Harz das aus verschiedenen  Nadelhölzern (Koniferen) oder Laubbäumen auf na­türliche Art oder durch Verwundung der Rinde ausgeflossen ist. Re­zente Harze sind chemisch betrachtet Terpenoide, also Terpenderivate, klebrig, in Wasser unlöslich und aromatisch duftend. Als Stoffgemi­sche enthalten frische Harze mehrere organische Verbindungen wie ätherische Oele, Harzsäuern sowie Sesquiterpenen.

Durch einen starken natürlichen Ausfluss des Baumharzes, zum Teil auch durch Windschäden, Blitz- und Hagelschlag, bildeten sich grö­ssere und kleinere Ansammlungen von rezentem klebrigem Harz an den Bäumen, sowie grosse Tropfen und Lachen auf dem Boden des Urwaldes, aus dem sich in den Jahrmillionen das fossile Harz BERNSTEIN entwickelte.

Im Laufe der Zeit verfestigte sich das Harz und über Jahrmillionen entstand der Bernstein. In welchen Zeitabschnitten und unter welchen Bedingungen verschiedene Prozesse abgelaufen sind, um aus rezentem Harz ein Stück fossiles Harz - eben Bernstein entstand, ist nur teil­weise bekannt. Nach Ausfluss des Harzes und der anschliessenden Alterung an der Luft, entwichen vorerst die leichtflüchtigen ätheri­schen Oele (Terpentinoel, Kiefernoel u.s.w.) und es trat eine sog. Po­lymerisation ein. Durch die Verfestigung gehen Klebrigkeit und Ge­ruch verloren. In diesem Stadium spricht man vorerst von Kolopho­nium, später von Kopalharz. Bei einigen tropischen Baumarten voll­zieht sich dieser Prozess in wenigen Jahren (Kolophonium und Kopal­harz für die Lackindustrie).

Durch eine unterschiedlich lange Verweildauer am Baum und später auf dem Boden sowie durch die entsprechend lange Einwirkung der Sonnenwärme und dem UV-Licht, verfestigt sich das Harz weiter. Über weitere Stufen wie Oxidation und Isomeration, die zum Teil un­ter Wasser ablaufen müssen, entstand der heutige BERNSTEIN.

Bernstein Lagerstätten und Vorkommen

Es gibt eine überraschend grosse Anzahl Fundstellen von fossilen Harzen, verteilt über die gesamte Erdoberfläche, ausgenommen der Antarktis. Aber  nicht alle Fundstellen sind abbauwürdig. Oft sind die Mengen zu klein oder die Funde entsprechen nicht den erforderlichen Qualitätskriterien.

Als Kuriosum sei in diesem Zusammenhang erwähnt, dass auch in der Schweiz mehrere Bernstein Fundstellen mit sog. Bergbernstein bekannt sind. Das geologische Alter nimmt man je nach Fundort mit 55 bis 200 Millionen Jahre an. Die meisten Vorkommen liegen im Flyschsediment am Alpennordrand. Als Flysch bezeichnet man marine Ablagerungsgesteine, die während der Gebirgsbildung entstanden sind und aus Verwitterungsschutt der schon aus den Meeresfluten entstie­genen Bergketten gebaut wurde. Der älteste Fundort von 1823 liegt bei “Neue Welt”, Münchenstein (Alter zirka 200 Mil. Jahre). Weitere Fundorte sind unter anderen Flibach bei Wesen, Gurnigel bei Bern und Weiler Zollhaus bei Plaffeien, Kanton Freiburg ( Plaffeiit), erst­mals 1885 beschrieben.     Für uns steht vor allem der baltische Bernstein aus Samland wegen seiner hervorragenden Qualität sowie der Bernstein aus der Domini­kanischen Republik, bekannt für die schönen Inklusen (Einschlüsse von Pflanzen und Tieren), im Vordergrund.

Über die Entstehung der Lagerstätten ist auch heute noch nicht alles bekannt, doch wird an verschiedenen wissenschaftlichen Instituten wird weiter geforscht. Es würde den Rahmen dieser Druckschrift bei weitem übersteigen, auf alle Aspekte der Entstehung derselben einzu­gehen. Wir beschränken uns vor allem auf das Küstengebiet der Ost­see, von der Nordspitze Jütlands über Polen, Samland bis weit in das heutige Baltikum hinein.

Der heutige Fundort des baltischen Bernsteins ist nicht identisch mit dem Ort der primären Entstehung desselben. Dies ist übrigens von vielen anderen Lagerstätten ebenfalls bekannt. Der baltische Bernstein begann seine Wanderung kurz nach seiner Entstehung im Eozän vor 55 - 35 Mil. Jahren in den dazumaligen Bernsteinwäldern. Diese Wäl­der lagen zwischen Skandinavien, dem heutigen Schweden, und dem Baltikum, wo sich die heutige Ostsee befindet. Der Baumbestand die­ser Wälder bestand nach heutigem Wissen aus Palmen, Eichen, Ul­men, Kastanien u.s.w.

Für die Entstehung des Bernsteins waren verschiedene Koniferen und bestimmte Laubbäume nötig. Man nimmt heute an, dass die mitt­lere Jahrestemperatur zirka 20° C betragen hat, was ein schnelles Wachstum begünstigte und ähnlich dem jetzt in Nordafrika herrschen­den Klima entsprach.    Bereits Ende des Eozäns, also vor zirka 35 Mil. Jahren, wurde der Wald vom Westen her durch das Meer überflutet und der Bernstein ausgewaschen. Durch eine Wanderbewegung gelangte der Bernstein von den Bernsteinwäldern, in die blaue Erde eingebettet, nach Sam­land zu den heutigen Fundorten.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass im Pleistozän vor zirka 2 Mil. Jahren noch einmal  grosse Umschichtungen erfolgten. In ver­schiedenen Etappen der Eiszeiten wurde blaue Erde mitsamt dem Bernstein über mehrere hundert Kilometer in das Landesinnere von Polen, dem Baltikum und Russland verschoben.

Eine gewisse Bedeutung hatte auch Bernstein, der als Nebenpro­dukt, aus dem Braunkohle Tagbau stammte. So wurde bis vor wenigen Jahren in der ehemaligen DDR in Bitterfeld, in der Nähe von Leipzig, Bernstein gefördert und weiter verarbeitet

Die Bernsteingewinnung im Samland

Bereits in grauer Vorzeit wurde der Bernstein als sog. Strandlese gesucht und gesammelt. Seit dem frühen Mittelalter war es ein Recht der Fürsten, Bischöfe, Klöster und vor allem ab Mitte des 13. Jahrhun­derts der DEUTSCH ORDENS RITTER, Bernstein zu gewinnen und vor allem zu vermarkten. Seit dem 13. Jahrhundert wurde der Handel und Besitz von Bernstein durch das Bernsteinregal gesichert und gere­gelt, wobei auf Diebstahl am Strand dazumal die Todesstrafe stand.

Bis mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Bernstein durch Strand­lese, Bernsteinstechen vom Boot aus und zwischen 1869 und 1890 durch Tauchen gewonnen. Bei starkem Sturm wird der Bernstein an den Ufern angeschwemmt und durch Strandläufer eingesammelt. Ab mitte des 19. Jahrhunderts begann man mit Bagger im Tief- und Tag­bau die lockere blaue Erde abzutragen und mittels ausschwemmen und waschen den Bernstein zu gewinnen.

Heute wird kaum noch Bernstein durch Strandlese eingesammelt. Moderne Förder- und Waschanlagen dienen der Gewinnung dieses hochwertigen Naturproduktes. Der Welt grösste Lagerstätte befindet sich in Jantarnyj, dem einstigen Palmnicken, im ehemaligen Ostpreussen an der alten Samland- oder Bernsteinküste in der Nähe von Kali­ningrad. Das Gebiet von Kaliningrad, das frühere Königsberg, ist eine Russische Enklave und nicht nur die grösste Lagerstätte der Welt, sondern fördert auch weltweit die besten Qualitäten Bernstein. Die Jahresproduktion beträgt zur Zeit zirka 800 Tonnen Rohbernstein pro Jahr.

In diesem Zusammenhang sei noch auf die Fundgebiete der Domi­nikanischen Republik hingewiesen. Im Gegensatz zum Baltischen Bernstein wird der Bernstein in der Dominikanischen Republik im Untertagbau gewonnen. Bereits in präkolumbischer Zeit war den Ur­einwohnern Bernstein bekannt und wurde zu Schmuck verarbeitet. Kolumbus, der 1492 die Insel besuchte, erhielt von den Indianern un­ter anderem Bernstein als Geschenk.

Auf der Nordseite der Insel, in der Nähe von Puerto Plata (La Toca sowie Palo Alto) in einer Höhe von 1.110 Metern werden enge Stollen bis zu 90 Meter Länge mit Spitzhacken und der Machete im Kerzen­licht in den Sandstein getrieben. Der Rohbernstein liegt in einem Se­dimentgestein und wird ebenfalls von Hand ausgebrochen. Später wird er im Tageslicht mit Hammer und Meissel vom Gestein gelöst.

Da der Dominikanische Bernstein weitgehend von Hand gefördert wird ist die Jahresproduktion relativ bescheiden. Man spricht von 3 bis 6 Tonnen pro Jahr. Eine gewisse Bedeutung hat der Bernstein aus der Dominikanischen Republik aber insofern, weil hier besonders schöne Inklusen (Insekten Einschlüsse) gefunden werden. Zudem findet man hier gelegentlich auch den sog. blauen Bernstein, der vergleichsweise in der Ostsee sehr selten und als Rarität gefunden wird (siehe unter Farben des Bernsteins).

Bernstein von diesen Fundstätten ist weit weniger alt, man schätzt denselben auf ein Alter von 10 bis 40 Millionen Jahre. Dieser Bern­stein ist zudem etwas spröder und daher auch schwieriger zu verar­beiten.

Die Qualitäten und Farben des Bernsteins

Bernstein findet man in der Natur in verschiedenen Qualitäten. Ne­ben den einfachen Bernsteinstücken sind unter anderem auch die so­genannten Schlauben Steine zu erwähnen. Durch unregelmässiges Auftropfen des rezenten Harzes entstanden Schalen übereinander, also Schlauben. Oft finden sich in diesen Zwischenschichten die fossilen Insekten- und pflanzlichen Einschlüsse.

Bernstein kommt in verschiedenen Farben vor und wird in 30 ver­schiedenen Farbnuancen aussortiert.

Schon der Römer PLINIUS beschrieb zu seiner Zeit den weissen und wachsfarbenen Bernstein “cerinium”, der nach Ansicht der alten Römer nichts wert war und nur als Räucherwerk benutzt wurde. Zu Schmuck wurde der rötliche Bernstein “fulvum” oder dann der klare Bernstein verarbeitet, der wegen seiner Farbähnlichkeit mit einem von den Römern bevorzugten Wein “ Falerner” genannt wurde.

Die Bernsteinmatrix ist beim baltischen Bernstein in der Regel gelblich oder weisslich-opak, hell bis dunkelbraun, gelegentlich auch schwarz. Der klare durchsichtige Bernstein kommt in der Natur eher selten vor, wird aber meistens aus weissem Bernstein “klargekocht”. Schon die alten Römer kannten das Verfahren und PLINIUS berich­tete darüber im 37. Buch der “Naturalis Historia”. AURIFABER und JOHANN WIEGANT beschäftigten sich im 16. Jahrhundert ebenfalls mit dem “klarkochen” des Bernsteins. Durch vorsichtiges erwärmen in Pflanzenoel werden die mikroskopischen Tröpfchen, die als weisse Farbe infolge Totalreflexion des Lichtes in Erscheinung treten, ausge­trieben und der Bernstein erscheint klar und durchsichtig. Durch ra­sches Abkühlen entstehen bei dieser Gelegenheit, gewollt oder unge­wollt, die sogenannten “Sonnenflinten oder Sonnensprünge”. Dünn­schliffe unter dem Mikroskop zeigen, dass diese feinen Tröpfchen (feine Wassertropfen, Regen, Tau, Pflanzensäfte) oder Luftbläschen in einer sehr grossen Zahl feinverteilt vorhanden sind (1.000 bis 1.000.000 Stück per mm3) .

Weisser Bernstein wird oft im Handel auch als Knochenbernstein bezeichnet.

Rötlichbrauner, vor allem aber roter Bernstein ist sehr selten. Die Farbe muss bei Durchsicht und nicht nur im Auflicht als rot bis rubin­rot in Erscheinung treten.

Der schwarze Bernstein enthält oft einen hohen Anteil Boden­mulm, Nagespäne, kleine Insekten, oder inkohltem (nicht von Harz durchtränkt) Holz. Dadurch erscheint der Bernstein schwarz.

Eine Besonderheit ist der blaue Bernstein, der in der Dominikani­schen Republik selten, beim baltischen Bernstein aber als Rarität ge­funden wird. Die Blaufärbung beim Dominikanischen Bernstein zeigt sich infolge einer Fluoreszenz, die vor allem durch UV Licht angeregt wird. Beim baltischen Bernstein dagegen sind es, Interferenzen, die durch feine Tröpfchen hervorgerufen werden. Diese Lichterscheinun­gen können ganz oder nur als Flecken in den verschiedensten Blaufar­ben in Erscheinung treten.

Die physikalischen Eigenschaften und etwas Chemie

Die Bernsteine verschiedener Herkunft und unterschiedlichen Alters weisen eine Reihe von übereinstimmenden Eigenschaften auf, weshalb man die Bezeichnung “BERNSTEIN” durchaus als Sammelbezeich­nung für die Jahrmillionen alten Fossilharze bezeichnen kann, und nicht etwa nur für den sogenannten Succinit, den typisch baltischen Bernstein.

Chemische Formel:  C 10 OH 16 oder C10 H16 O (nach Weller & Wert 1984)

Zusammensetzung:  Bernstein besteht aus ca. 60% Bernsteinharz, 15%-20% Bernsteinoel, 8% Bernsteinsäure, sowie Spuren von aeth. Oelen und Schwefel.

Dichte:  Die Dichte ist mit d = 1,050 - 1,096 gering. Abweichungen sind möglich (siehe: Farben des Bernsteins, weisser und schwarzer).

Härte:  Die Härte ist ebenfalls gering und beträgt zwischen 2 - 3 nach der Mohs - Skala.

Spaltbarkeit, Bruch, Glanz:  Bernstein ist wegen seiner amorphen Struktur in jeder Richtung spaltbar, doch folgen die Spaltflächen oft den alten Schichtgrenzen der aufeinander folgenden Harzflüsse. Dies gilt vor allem für den Baltischen Bernstein, den sogenannten Schlau­ben Steinen.

Brennbarkeit:  Alle Bernsteine lassen sich mit einem Zündholz ent­zünden. Sie brennen kerzenartig mit russender Flamme und einem aromatischen Geruch.

UV-Fluoreszens:  Alle Bernsteine leuchten intensiv blau auf, wenn sie frisch angeschliffen, also unverwittert sind.( UV - Lampe, Wel­lenlänge 320-380 nm). Nach einigen Monaten verblasst die Intensität der Fluoreszenz, ausgenommen beim sog. Dominikanischen blauen Bernstein.

Bruch:  Die echten Bruchflächen erscheinen mit blosem Auge “mu­schelschalenartig”

Glanz:  Die Bruchflächen erscheinen hochglänzend.

Refraktionswert:  Der Refraktionswert auf einer polierten Fläche beträgt n = 1,54

Löslichkeit:  Unlöslich in Wasser. Dagegen zum Teil löslich:  11% in Methylalkohol, 14% in Aethylalkohol, 16% in Terpentinoel, 17% in Chloroform, 18% in Schwefelaether, 23% in Azeton, 30% in Amyla­zetat. Aus der Löslichkeit gegenüber verschiedenen organischen Lö­sungsmitteln geht hervor, dass Bernstein aus einem Gemisch organi­scher Stoffe besteht..

Unlöslich und beständig ist Bernstein gegen Wasser sowie fast alle Säuren und Lau­gen.

Schmelzpunkt:  Im physikalischen Sinn hat Bernstein keinen Schmelzpunkt. Bei 370°C - 380°C zerfällt Bernstein in seine Be­standteile.

Zündpunkt:  Bei 300°C.

Physikalische Eigenschaften:  Wärmeleitfähigkeit sehr gering, stark Wasserabweisend. Schon in der Antike war die starke elektrostatische Aufladung durch Reiben des Bernsteins mit einem Wolltuch bekannt, daher auch der antike Ausdruck “Elektron”. Mit elektrostatisch auf­geladenem Bernstein lassen sich zum Beispiel Zigarettenasche oder Papierschnitzel aufheben. Der Bernstein ist elektrostatisch negativ aufgeladen. Der elektrische Widerstand ist sehr gross, Bernstein ist also ein guter elektrischer Isolator.

Bernstein unterliegt einer natürlichen Alterung oder Verwitterung. Bereits im 17. Jahrhundert waren solche Veränderungen bereits be­kannt. Unter dem “10. August 1692” ist im Staatsarchiv von Lübeck zu lesen, “dass besagte (Bernstein) Arbeit sich nicht woll habe taxie­ren lassen, weill dieselbe vor vielen Jahren verfertigt und zeithero gelber und schlechter geworden ist”. An der Luft findet eine langsame Oxydation statt, die sich von aussen nach innen fortsetzt und sich durch eine Dunkelfärbung bemerkbar macht. Nach Jahrzehnten wird der Glanz etwas stumpfer und die Oberfläche oft rissig. Im Wasser liegender Bernstein untersteht diesem Prozess nicht, aus diesen Grund hat Rohbernstein Jahrmillionen auf dem Meeresgrund oder in der blauen Erde überlebt.

Echt Bernstein - ein echter Bernstein

“Echt Bernstein oder echter Bernstein”  wird im Handel auch Pressbernstein genannt. Im Gegensatz dazu versteht man unter “Natur Bernstein” einen Bernstein, “wie in der Natur gefunden”. Diese No­menklatur entspricht der CIBJO 1997, sowie der Deutschen Bernstein Gesetzgebung vom 3. Mai 1934.

Das Deutsche Bernstein Gesetz schreibt unter § 1 vor:

1.      Mit dem Wort BERNSTEIN, einem zusammengesetzten Wort, das den Bestandteil BERNSTEIN enthält, oder einem entsprechenden Wa­renzeichen darf im geschäftlichen Verkehr nur Naturbernstein oder ein Erzeugnis bezeichnet werden, das aus Naturbernstein ohne nach­ahmenden Zusatz besteht.

2.      Entsprechend diesem Bernstein Gesetz darf nur NATUR BERN­STEIN und ECHT BERNSTEIN mit dem Namen BERNSTEIN bezeichnet werden.

Pressbernstein gab es schon im 19. Jahrhundert. Es ist kein Surrogat und es dürfen in keinem Fall  Fremdstoffe wie Kunstharz, Verunreini­gungen oder minderwertige Harze beigefügt werden.

ECHT BERN­STEIN wird aus reinen, kleinen Bernstein Stücken hergestellt. Er ist unter dieser Bezeichnung ein durchaus echter Bernstein  und hat, weil nur molekulare Verschiebungen statt fanden, weitgehend die gleichen chemischen und physikalischen Eigenschaften wie der Natur Bernstein.

ECHT BERNSTEIN, also Pressbernstein, ist nur umgeformt und nie ein geschmolzener Bernstein wie oft fälschlicherweise behauptet wird.

Die ersten Versuche, ECHT BERNSTEIN also Pressbernstein her­zustellen, liegen weit zurück. So berichtet ein gewisser JOHANN HEINRICH ZEDLER im Jahre 1733 “den Agtstein zu zerlassen oder weich zu machen, ist zwar versucht, aber noch nicht recht gewiss er­funden worden”.

Erste Versuche Pressbernstein industriell herzustellen fanden ca. 1875 in Palmnicken und Königsberg statt. Das Produkt nannte man damals “AMBROID”. Der erste ECHT BERNSTEIN, der sich im Handel behaupten konnte, kam aber aus Wien. Zwei bekannte Manu­fakturen, SPILLER und TREBITSCH, hatten am 25. März 1881 das Patent erworben, um aus kleinen Bernsteinen grosse Stücke von einer Qualität zu pressen, die man kunsthandwerklich bearbeiten konnte. Die Vorteile dieser Produktionsmethode lagen schon dazumal auf der Hand: Grosse Bernstein Stücke waren plötzlich preisgünstig erhältlich, das neue Verfahren lieferte ausser dem ein Produkt, das ein Minimum an Abfällen ergab, da die Pressformen die ungefähren Abmessungen der Endprodukte aufwiesen. Es wurden in der Folge vor allem Rau­cherutensilien, Schmuckteile und technische Artikel hergestellt.

Vor allem in den 20er und 30er Jahren wurde mit einer Jahrespro­duktion von zirka 25 Tonnen ECHT BERNSTEIN auch an der Kö­nigsberger Bernstein Manufaktur industriell hergestellt. Heute wird ECHT BERNSTEIN an verschiedenen Orten hergestellt, um die Ko­sten für manch schönes Objekt zu senken.

Das Verfahren der Echt Bernstein Herstellung basiert auf der Eigen­schaft des fossilen Harzes, zwischen 140°C und 200°C unter Luftab­schluss so weich zu werden, dass es sich deformieren lässt. Bei hohem Druck von 400-500 atü können kleinere Bernsteinstücke zu einem grossen Stück zusammengepresst werden. Jede Verunreinigung, auch die rauhe Haut resp. Rinde, muss vorher meist von Hand entfernt wer­den, weil sonst das Endprodukt trüb oder undurchsichtig ausfallen würde. Zudem wird der rohe Bernstein ebenfalls vorgängig in 30 ver­schiedene Farbschattierungen aussortiert. Da der ECHT BERN­STEIN aus reinen, kleinen Bernstein Stücken ohne Zusatz eines Klebe- oder Bindemittels hergestellt wird, entspricht er in seinen Ei­genschaften dem NATUR BERNSTEIN und kann vom diesem oft kaum unterschieden werden.

Echt oder unecht? - Imitationen

Was bei Edelsteinen des öftern der Fall ist und sich in der Praxis täglich zeigt, erleben wir auch beim Bernstein: Fälschungen, Nachah­mungen, Imitationen und künstliche Produkte. Weil Bernstein zu allen Zeiten ein besonderes und begehrtes Naturprodukt war, sind Fäl­schungen bereits schon aus der Zeit der alten Römer bekannt.

Schnell zu erkennen als Fälschung sind braune Gläser. Das Färben von Bernstein hat ebenfalls Tradition, indem bereits schon in der An­tike Bernstein gefärbt wurde.

Seit Jahrzehnten wird immer wieder versucht, Bernstein mittels Kunststoffen aller Art zu imitieren.

Unter den frühen Kunststoffen sind Cellulosenitrat sowie Cellulose­acetat (Celluloid), Caseinkunststoffe, Phenol-Formaldehyd-Harze ( Bakelit), Harnstoff-Formalin-Harze als Bernstein Imitate bekannt.

Aus der grossen Reihe der modernen Kunststoffe dienten unteren anderen Polystyren, Polyester (Inklusenfälschungen, in Polyester ein­gegossene rezente Insekten) als Bernstein Falsifikat. Ebenso sind ein­gefärbte Epoxiharze und in Epoxiharz eingebettete Bernstein Bruchstücke als Natur Bernstein Fälschungen auf dem Markt.

BERNA / BERNIT ist ebenfalls eine bekannte Fälschung und wird heute besonders in Polen hergestellt und angeboten.

Naturharze:  Unter der Bezeichnung “Kopale” werden zahlreiche junge Naturharze von Laub- und Nadelbäumen aufgeführt. “Unechte Kopal” sind weiche, meist stark aromatisch riechende Harze rezenter Pflanzen, also Harze wie man dieselben im Wald bei Nadelbäumen antrifft. Der ”echte Kopal” dagegen ist härter und widerstandsfähiger. Er ist subfossil oder fossil und ein Jahrhundert bis jahrtausend Jahre altes Harz, das in geringer Tiefe lagert. Derartige Kopale kommen vor allem aus Südostasien, Japan, Afrika und Südamerika.

In der letzten Zeit wird ein rezenter Kopal aus Kolumbien angeboten, der mit sehr schönen rezenten Inklusen durchsetzt ist.

Prüfungsmethoden für die Bernsteinuntersuchung

Das Prüfen von Bernstein auf seine Echtheit in einem gemmologi­schen Labor ist eine schwierige Arbeit und mit einem grossen Zeit­aufwand verbunden.

Auf Grund des bisher gesagten ist es unmöglich, den NATUR BERN­STEIN nur auf Grund von unwissenschaftlichen Kriterien, von Imita­tionen und Fälschungen zu unterscheiden. Oft werden in populärwis­senschaftlichen Schriften Methoden beschrieben wie:  Anzünden des Bernstein, in Salzwasser einlegen, mit den Zähnen darauf beissen und so weiter. Abgesehen davon, dass eine gemmologische Prüfmethode immer zerstörungsfrei sein muss, wird immer eine anerkannte Prü­fungsmethode sowie reproduzierbare Resultate erwartet. Wer würde schon Omas bestes Schmuckstück einem Feuertest unterziehen?

Rohstücke lassen sich auf Grund der Rinde und Farbe des Materials relativ einfach und schnell beurteilen, wobei Kenner entsprechend dieser Kriterien ebenfalls den Fundort angeben können.

Mittels dem Spezifischen Gewicht das, ausgenommen bei weissem und schwarzem Bernstein, zwischen d = 1,050 und 1,096 liegen muss. (weisser Bernstein enthält oft grosse Luftblasen, schwarzer Sand und kleine Steine) lässt sich Bernstein von den meisten Kunststoffen unterscheiden. Vorsicht ist bei Kunstharz/Bernstein Mischungen gebo­ten, die oft ein spez. Gewicht nahe dem Natur Bernstein aufweisen.

Das spez. Gewicht ermittelt man am besten mit einer Hydrostati­schen Waage. Bei Kugeln ist zu beachten dass die Luft, vor dem Prü­fen, aus dem Bohrkanal ausgetrieben werden muss.

Hilfreich ist auch die Schwebemethode mittels einer Salzwasser Lö­sung, die ein spez. Gewicht von ca. 1,070 hat. Zur Not helfen 2 Esslöf­fel Kochsalz auf 250 ml. Wasser bei Zimmertemperatur. Bernstein muss, siehe obige Ausnahmen, in der Flüssigkeit dann schweben.

Der Bernstein ist amorph also einfach brechend. Unter dem Polari­skop erscheinen im Gegensatz zu einigen Kunststoffen keine farbigen Spannungslinien.

Mit dem Refraktometer wird auf einer planen Fläche der Brechungs Indiz gemessen und der beträgt bei Bernstein n = 1,54

Geschliffener und polierter Bernstein kann, mit einem wollenen Tuch gerieben, elektrostatisch aufgeladen werden. Damit kann Natur Bernstein kleine Papierschnitzel anziehen.

Bernstein hat eine Härte von 2 - 3 nach der Mohs Skala, rezente Harze sowie Kopale weniger. Zudem fühlen sich rezente Harze und oft auch Kopale klebrig an.

Subjektiv aber oft hilfreich ist die Feststellung, dass sich Bernstein wegen seiner schlechten Wärmeleitfähigkeit warm anfühlen lässt.

Rohbernstein und Stücke von minderem Wert kann man auch mit­tels einer glühenden Nadel prüfen. Eine glühende Nadel auf den Bern­stein aufgesetzt, entwickelt einen typisch harzigen Geruch.

Natur Bernstein kann man von Echt Bernstein (Pressbernstein) oft kaum unterscheiden. Dies insbesonders bei sorgfältiger Verarbeitung und guten Rohbernstein Qualitäten.

Echt Bernstein, also Pressbernstein, ist immer hell bis dunkelbraun, mehr oder weniger klar, aber nie von weisser oder undurchsichtig heller Farbe. Er darf bei Durchsicht mit einer 10fachen Lupe keine Verunreinigungen oder Fremdkörper aufweisen. Ebenfalls mit einer 10fachen Lupe oder unter dem Mikroskop lassen sich oft die Grenz­flächen der einzelnen Bernsteinstücke feststellen.

“Blitzger, Sonnenblitzger oder sog. Sonnenflinten” sind meistens ein Zeichen dafür, dass der Bernstein gekocht wurde oder es handelt sich um Pressbernstein.

Die Altersbestimmung ist sehr schwierig und kann nur über auf­wendige Methoden erfolgen. In der wissenschaftlichen Altersbestim­mung dient dazu die  Radiocarbon C14 Methode. Eine andere Methode ist, falls vorhanden, das Bestimmen von Inklusen (eingeschlossene Insekten) mittels der Paläontologie (Lehre von den ausgestorbenen Lebewesen) durch spezialisierte Wissenschaftler. Auf diese Weise können Herkunft und Alter des Bernsteins festgestellt werden.

Die Verarbeitung des Rohbernsteins

Bernstein wurde schon in grauer Vorzeit wegen seiner geringen Härte und guten Poliereigenschaften von Hand bearbeitet.

Im Mittelalter bildeten sich Bernsteindreher Zünfte, auch Paterno­stermacher (Rosenkranzmacher) genannt. So in den Jahren 1302 in Brügge, 1310 in Lübeck, 477 in Danzig und 1641 in Königsberg. Die grösste Blüte erreichte die Königsberger Bernsteindreher Zunft 1755, löste sich aber 1811 in der Zeit der Aufklärung auf.

Im Mittelalter wurde ein grosser Teil des Bernsteins zu Rosenkrän­zen (Betkränzen) verarbeitet. Die Rosenkranzperlen wurden dazumal auch “Corallen” genannt. Durch die Reformation nahm der Bedarf an Rosenkränzen ab, so dass Bernstein wieder vermehrt zu Schmuck und modischen Gebrauchsgegenständen verarbeitet wurde.

Bernstein lässt sich sägen, feilen, bohren, drechseln, schnitzen und ebenfalls auch auf einfache Art polieren. Bei der Verarbeitung von Bernstein wird vorerst die rauhe Haut oder Rinde weggeschliffen und nachher mit einfachen Werkzeugen weiter bearbeitet. Kugeln werden noch heute in Polen und im übrigen Baltikum in Heimarbeit auf einer einfachen Drehbank mittels einem Glasscherben gedrechselt.

Selber kann man rohen Bernstein mit einer feinen Holzsäge, ver­schiedenen Feilen, feinem Wasserschleifpapier (100er bis 1.000er Körnung) und Schlämmkreide bearbeiten, polieren und gestalten.

Bernstein in der Technik

Der grösste Teil (zirka 80% bis 90%) der Bernsteinförderung wurde bis Mitte dieses Jahrhunderts, wegen seinen vielen hervorragenden Eigenschaften, für technische Zwecke weiter verarbeitet.

Bereits 1691 stellte man Linsen aus entfärbtem, also klar gekochtem Bernstein her. Die grösste Linse hatte einen Durchmesser von 55 cm. In Bezug auf die optische Qualität waren Bernstein Linsen besser als die viel gewichtigeren Glaslinsen, die zudem häufig mit Luftblasen und Schlieren durchsetzt waren. Wegen seiner geringen Härte eignete sich Bernstein dazumal weniger für die Brillenglas Fabrikation.

Aus dem Jahre 1751 ist ein Bernsteinschwimmer (Aräometer) zum bestimmen des Alkoholgehaltes des Biers bekannt. Diese Schwimmer waren auch in späteren Jahren in den Bierbrauereien beliebt und be­kannt.

Bis Ende der 40er Jahre war Bernstein ein begehrter Lackrohstoff. Durch eine Trockendestillation zerfällt Rohbernstein bei einer Tempe­ratur von 350° bis 400°C in Bernsteinsäure, Bernsteinoel sowie Bern­steinkolophonium. Bernsteinkolophonium ist ein fester, klarer, spröder und glasiger Körper, der sich in vielen organischen Lösungsmitteln und Leinoel auflöst. So wurde früher ein Bernstein Lack und Bernstein Firnis her­gestellt, der als Bootslack, aber auch als besonders feiner und harter Lack unter anderem im Geigenbau benutzt wurde.

Bernsteinoel ist ein dickflüssiges, dunkelbraunes und unangenehm riechendes Oel, das von den Alchemisten weiter verarbeitet wurde, aber ebenfalls bis ende der 40er Jahre als Zusatz zu Bernsteinfirnis und Holzkonservierungsmittel seine Verwendung fand. Bernstein hat sehr gute elektrische Isolations Eigenschaften. Aus diesem Grund wurde Bernstein, vor allem Echt Bernstein, oft als Iso­lationsmaterial im Schwachstrom Bereich eingesetzt.

Bernstein als Schmuck im täglichen Gebrauch

Zu allen Zeiten, von der Steinzeit bis heute, wurde Bernstein als Schmuck getragen. Halsketten, Anhänger, Ringe, sowie Amulette fan­den Archäologen bei Ausgrabungen und als Grabbeigaben.

Vor allem in den letzten Jahren findet Bernsteinschmuck wieder vermehrt Liebhaber. Sein leichtes Gewicht, der modische Farbton so­wie das warme Material ist sicher der Grund dafür. Bernstein lässt sich mit Edelmetallen und anderen Materialien kombiniern und verleiht dem Schmuck eine diskrete natürliche Eleganz. Oft wurde der Bern­stein wegen seinem warmen Farbton und feinen Glanz “Gold des Nordens” oder Gold des Meeres” genannt.

Bernstein Ketten werden nicht nur in Polen und den Baltischen Staa­ten als sondern auch im Engadin als Trachtenschmuck getragen.

Bernstein wurde seit dem frühen Mittelalter in vielen Bereichen der Wohnkultur verarbeitet. Der grosse Kurfürst, FRIEDERICH WIL­HELM von Brandenburg (1640- 1688), war ein Liebhaber der Bern­steinkunst. Er widmete sich der Bernsteinverarbeitung und förderte die Wertschätzung des Bernsteins an anderen europäischen Höfen.

Wohl am bekanntesten und ebenso geheimnisumwittert ist das so­genannte Bernsteinzimmer. Kurfürst FRIEDERICH III  von Branden­burg beauftragte im Zusammenhang mit dem Neubau seines Schlosses die beiden Danziger Bernsteindrehermeister THURAU und SCHACHT, zusammen mit Mitarbeiter aus Preussen, Polen und Dä­nemark, ein Zimmer mit Bernstein Mosaiken in der Grösse von 55 mzu bauen. Er folgte damit einer Anregung des dänischen Königs CHRISTIAN V, der sein Schloss in Kopenhagen selber auch mit vie­len Mosaiken aus Bernstein hat verzieren lassen. Im Jahre 1707 war das Schloss in Berlin mit dem Bernsteinzimmer fertig. Zeitgenossen waren des Lobes voll und erwähnen besonders, dass der Bernstein bei Sonnenlicht, vor allem aber im Kerzenschein der Kronleuchter, einen unvergleichbaren warmen behaglichen Glanz ausstrahle.

Das Bernsteinzimmer wurde von Zeitgenossen oft überschwänglich als 8. Weltwunder bezeichnet.

Als Geschenk an Zar Peter überstellte Friedrich-Wilhelm I das Bern­steinzimmer nach St. Petersburg, wo es mehrmals umgebaut und er­gänzt wurde. Im Herbst 1942 wurde das Bernsteinzimmer in St. Pe­tersburg von deutschen Pionieren, wegen den Kriegsereignissen des 2. Weltkrieges, ausgebaut und nach dem dazumal ostpreussischen Kö­nigsberg verbracht. Mit Ende des zweiten Weltkrieges 1945 verlieren sich die Spuren und das Bernsteinzimmer gilt als verschollen.

In Museen finden sich viele Zeugen von Bernstein als Gebrauchs- und Kunstgegenstände. An verschiedenen europäischen Fürstenhöfen, hauptsächlich im 17. und 18. Jahrhundert, wurde Bernstein von eigens angestellten Bernsteindrehern kunstvoll verarbeitet. In Kassel wirkten unter anderen die aus der Schweiz stammenden Brüder LABHARD. Hausaltäre, Kabinettschränke, Bilderrahmen, Kassetten, Trinkgefässe, Figuren und Reliefplastiken, Griffe zu Essbesteck, Schachbrett und Schachfiguren, Spiegel und vieles mehr zeugen von einem hoch ent­wickelten Kunsthandwerk.

Der preussische König FRIEDERICH II, selber ein ausgezeichneter Komponist und Flötenspieler, lies sich eine Konzertflöte mit einer Länge von 65 cm aus Bernstein anfertigen.

Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass viele Bernsteindre­her auch Elfenbein verarbeiteten und Kunstwerke mit Elfenbein kom­binierten und verzierten.

Bernstein in der Medizin

Bernstein wurde bereits in vorgeschichtlichen Zeiten nicht nur als Schmuck, sondern auch als Amulett gegen Krankheiten getragen. Si­cher wurde Bernstein bereits schon in der Steinzeit als Theraphiestein getragen.

CALLISTRATUS, ein Römischer Gelehrter, beschrieb Bernstein gegen Wahnsinn im Alter sowie gegen Harnbeschwerden.

CALLISTRATUS nannte den Bernstein zudem in seinen Schriften CHRYSELEKTRUM, was man mit “goldfarbig und elektrisch anzie­hend” interpretieren kann.

PLINUS (24 - 79 n. Chr) schreibt im 37. Band seiner “Naturalis Historia” den Kindern Bernstein als Amulett umzubinden sei ganz gut. Ob PLINIUS wusste, dass Bernstein zahnenden Kindern gegen Schmerzen hilft? Zudem empfahl er Bernstein gegen Fieber, gepulvert und mit Rosenoel vermengt gegen Magenleiden.

Im 1. Jahrhundert n. Chr. empfahlen der griechische Arzt DIOS­KURIDES sowie GALEN Bernstein gegen Magenleiden, Durchfall und Blähungen. Weitere Hinweise finden sich auch in den Schriften von: RUFUS VON EPHESOS, ARETHEUS VON KAPPADOKIEN (2. Jahrh. n. Chr.), MARCELLUS EMPIRICUS ( um 430 n Chr.), CAELIUS AURELIANUS (um 430 n. Chr.) und vielen anderen.

 Im Mittelalter entstand eine reiche Literatur im Sinne von Lapida­rien, (Steinbücher) Kräuter- und Arzneibücher. In diesen Folianten der Renaissance bis in die neuere Zeit wurde immer wieder das Wissen der Antike übernommen und neu interpretiert.

HILDEGARD von BINGEN (1098-1179) nannte den Bernstein in ihrem Buch “De lapidibus” wie in der Antike “Ligurius” und emp­fahl Bernstein in Wein oder Bier einzulegen und gegen Magenkrämpfe einzunehmen. In Kuh- oder Schafsmilch eingelegt dagegen bei Harn­beschwerden.

Nach ALBERTUS MAGNUS ( 1193-1280) dem Dominikaner und Verfasser von “DE  mineralibus libri V”, ist Bernstein ein sicheres Mittel, um eingegeben die Virginität (Jungfräulichkeit) eines Mäd­chens festzustellen.

Eine venezianische Quelle um 1500 sowie eine Bemerkung bei MATHÄUS PRAETORIUS (1680) berichtet, dass man in Pestzeiten eine Mischung aus pulverisiertem Kampher, Bernstein und Erdwachs verbrannt habe. Diese Mischung wurde über glühende Kohle gestreut und sollte die Kranken in den Siechenhäuser heilen. Beim Ausräu­chern entwickelte sich ein derart penetranter Gestank, dass Ratten ein Hauptüberträger der Pest aus der Umgebung vertrieben wurden.

Über die Pest schreibt MATTHÄUS PRAETORIUS ebenfalls

“ In den Pestzeiten hat man nicht befunden, dass jemand von den Bernstein Arbeitern in Danzig, Melm, Königsberg, Libau, sei an der Pest gestorben”.

Dieselbe Quelle beschreibt im weiteren anschaulich die Verwendung von Bernstein als Volksheilmittel und in der Alchimie dieser Zeit. So wird pulverisierter Bernstein zu Pflaster und Salbe weiter verarbeitet, in Oel gekocht, in Branntwein eingelegt und vor allem auf der Haut eingerieben. Neben vielen guten Wirkungen gegen allerlei Gebresten, schreibt MATHÄUS PRAETORIUS über den Bernstein zudem “er benimmt das Zahnweh, stärkt auch die Zähne und benimmt sie des Schleimes”. Die ihm zugeschriebenen Kräfte können sich demnach auch bei äusserlichem Kontakt besonders gut entfalten. Seine ziehen­den Eigen­schaften versprachen den auch eine gute Geburt und Hilfe beim Zahnen.

Ab dem 16. Jahrhundert wurde Bernstein in den Apotheken als “Caraba, Ambra Citrina, oder Succus Citrinus” verkauft. Die Indika­tionen entsprachen aber den Vorbildern der Antike.

Im 17. Jahrhundert, im Zeitalter von PARACELSUS (1493 - 1541) und den Alchimisten, die immer mehr Mineralien verarbeiteten, wur­den auch verschiedene neue Zubereitungen beschrieben, so das LI­QUOR AMMONII SUCCINI.

 JOHANN SCHRÖDER (1600 bis 1664) zählt  in seiner “Vollstän­digen und nutzreichen Apotheke”, Nürnberg 1693,. den Bernstein un­ter den schwefligen Sachen auf.

Die “Pharmacopoea Wirtenbergica” (2. Ausgabe, Stuttgart 1760) zählt weitere Bernsteinzubereitungen auf, so  SUCCINUM RASPA­TUM, (geraspelten Agtstein - Bernstein) sowie SUCCINUM PRAE­PARATUM ALBUM, als präparierten weissen Bernstein.

 Im 19. Jahrhundert, der Zeit der Aufklärung, verblieb Bernstein zum Beispiel in der Pharmacopoea Borussia, als TINCTURA SUCCINI (Bernsteintinktur) oder TINCTURA SUCCINI AETHEREA (ÄTHERISCHE BERNSTEINTINKTUR).

Im grossen Kompendium des dazumaligen Wissens, beschrieben ERSCH und GRUBER 1822 verschiedene Zubereitungen wie: Wund­balsam, Dampfbäder, sowie gegen hysterische Beschwerden, Kräm­pfe, Hüften- und Wadenschmerzen, rheumatische und andere Schmer­zen, Schwindsucht, Lungenleiden und viele andere Gebresten.

HERMANN HAGER (1816 bis 1897) beschreibt in seinem “Hand­buch der pharmazeutischen Praxis” den Bernstein, wobei er keine medizinischen Indikationen erwähnte.

HERZOG ALBRECHT von PREUSSEN schickte dem an Rheuma und einem Nierenleiden kranken Reformator, MARTIN LUTHER, ein grosses Stück Knochenbernstein (weisser Benstein) mit den guten Wünschen, dass der gute STEIN die bösen Nieren-STEINE vertreiben möge.

Bereits den mittelalterlichen Alchimisten gelang mittels einer Troc­kendestillation die Gewinnung von Bernsteinsäure. Die im Bernstein enthaltene Bernsteinsäure ist die am längsten bekannte organische Säure. Sie wurde bereits 1550 vom bekannten Arzt, Apotheker und Naturforscher GEORGIUS AGRICOLA (1494-1555) durch Erhitzen (Destillation - Bernsteinoel - auskochen) des Rohbernsteins hergestellt und beschrieben. Er nannte die Bernsteinsäure “BERNSTEIN SALZ”

Ihre Säurenatur wurde 1675 durch LÉMERY festgestellt. BERZEL­LIUS klärte schliesslich ihre Zusammensetzung und chemische For­mel auf: C4H 6O4 ( oder CO2H - CH2 - CH2 - CO2H).

Die Bernsteinsäure und ihre Salze fanden bis in die 30er Jahre eine breite Anwendung. So unter anderem Hydrargyrium succinamidatum zur subkutanen

Quecksilberinjektion bei Syphilis.

Bernsteinoel, ebenfalls ein Destilationsprodukt des Bernsteins wurde nach Patenten der 20er und 30er Jahre kosmetischen Fabrika­tionen, vor allem Seifen, Zahnpasten und Massagecremen, beigefügt.

Bernsteinsäure sowie Bernsteinoel wirken auf der Haut Hyperämie­sierend, (Durchblutungsfördernd) wodurch Rheumatikern Linderung gebracht wird.

Auch heute werden immer wieder neue kosmetische und naturhei­lende Produkte angeboten, die Bernstein in verschiedenen Formen enthalten.

Bernstein wurde ebenfalls in den Arzneimittelschatz der homöopa­thischen Medizin, als Acidum Succinium aufgenommen. Bernstein wird in der entsprechenden Literatur in homöophatischer Verschüt­tung gegen rheumatische Schmerzen, und Nervenschmerzen bei De­generationsschäden der Gelenke beschrieben.

Für das Entnehmen, übertragen und aufbewahren von Blut, wurden früher Geräte aus Paraffin benutzt. Durch die Erfindung des Press­bernsteins konnte man grössere Geräte entwickeln, die eine Hämolyse (Zerfall der roten Blutkörperchen) und damit eine schnelle Gerinnung des Blutes infolge fehlender Benetzbarkeit der Gefässe und Rohre mit dem Blut weitgehend verhinderten. Diese Geräte waren bis anfangs der 40er Jahre in Spitälern im Einsatz.

Die Volksmedizin schreibt dem Bernstein auch heute noch verschie­dene Heilwirkungen zu. Bernstein selber ist aber aus den Pharmako­poen des 20. Jahrhundert verschwunden.

Zahnketten aus Bernstein: “Die Kette die das Zahnen der Kleinkinder erleichtert"

Zahnketten aus Bernstein sind seit Jahrhunderten wohl bekannt. Vielen Generationen von zahnenden Kindern haben Bernsteinketten Linderung gebracht. Immer mehr naturbewusste Eltern vertrauen den Bernstein Ketten, so dass diese oft über Generationen weiter vererbt werden.

Die schmerzlindernden Wirkungsmechanismen lassen sich rational nur zum Teil erklären. Doch die schmerzlindernde und beruhigende Wirkung hat sich immer wieder empirisch von neuem bestätigt. Wenn man dieser Frage über längere Zeit nachgeht findet man doch einige Anhaltspunkte, die für eine naturnahe Wirkung des Bernsteins spre­chen.

Zahnende Kinder beissen instinktiv auf harte Gegenstände, wobei natürliche Materialien wie Holz, Stoff, Daumen oder eben Bernstein bevorzugt werden. Durch diesen Vorgang durchbrechen die ersten Zähne schneller das Zahnfleisch.

Wie bekannt, kann sich Bernstein durch Reiben mit Wolle elek­trostatisch aufladen. So laden sich die Ketten, ringförmig um den Hals getragen, von den sie umgebenden Textilien elektrostatisch auf, was sich schmerzlindernd auswirkt (Forschung in verschiedenen Schmerz­kliniken). Wichtig dabei ist, dass die Kette nicht zwischengeknotet ist, was bei minderwertigen Billigketten aus Preisgründen der Fall ist.

Bernstein enthält zirka 2% natürliche Bernsteinsäure, die fein do­siert über Jahre, vermutlich eine schmerzmindernde Wirkung bewirkt.

Die Bernstein Zahnkette entwickelt sich zu einem persönlichen Schmuckstück, das über Jahre getragen und später in die nächste Ge­neration weiter vererbt wird.

Wertlos sind vor allem sogenannte “synthetische Bernstein Ketten”, ein Ausdruck der zudem gesetzlich verboten ist, weil es keine Syn­these von Bernstein dem einzigartigen Naturprodukt gibt. Versuche haben immer wieder gezeigt:  Bernstein Zahnketten müssen zwingend aus dem Naturmaterial Bernstein bestehen um diese gut feststellbare Wirkung entfalten zu können.

Im weiteren dürfen die Kinderketten nicht zwischen geknotet sein. Mit einer speziellen Seide aufgezogen und eine Kleinkinder gerechte Länge aufweisen.

Die Verschlüsse müssen den Sicherheitsvorschriften entsprechen, das heisst goldplattiert und nicht nur farbvergoldet, vor allem aber Nickel­frei sein.

Alle diese Anforderungen erfüllen die Ketten der Firma GEMLINE Ernst Kern 5737 Menziken, die seit über 30 Jahren Ketten für Zah­nende Kinder, aber auch Bernstein Schmuck aller Art, für Kinder und Erwachsene herstellt.